Backtechnik – Das Technikmagazin für die Backbranche

Backtechnik ist die renommierte Fachpublikation für die Backindustrie und die filialisierenden Betriebe weltweit. Mit einem anspruchsvollen redaktionellen Inhalt bietet Backtechnik seinen Lesern genau das Hintergrundwissen, das für eine erfolgreiche Produktion benötigt wird. Ein Konzept, das sich bewährt: Backtechnik ist das offizielle Organ der Association Internationale de la Boulangerie Industrielle (AIBI) sowie der Vereinigung der Backbranche (VDB) in Deutschland.

 

Backtechnik gibt es in drei internationalen Formaten: Backtechnik Europe als deutsch/englische Ausgabe mit Wendecover für den starken europäischen Markt konzipiert, Backtechnik Russia mit Reportagen aus verschiedenen Bereichen von Betrieben aus Russland und der Welt, und Backtechnik International mit einer erweiterten internationalen Leserschaft in Nordamerika, im Nahen und Mittleren Osten, in Asien und Australien.

 


Nachrichten aus der Backindustrie


 

28.06.2017

Foodwatch-Pressemitteilung im Wortlaut

Im Anschluss an die Pressekonferenz vom 28. Juni hat Foodwatch jetzt auch eine entsprechende Pressemitteilung verbreitet. Hauptforderung: Die Einführung eines Smiley-Systems. Das Skandal-Potenzial der Enthüllungen empfinden wir jetzt zugegebenermaßen nicht als so riesig. Gründe:
• viele der genannten Fälle liegen schon Jahre zurück
• die Behörden waren offensichtlich am Ball geblieben, die Bäcker mussten die Mängel teilweise unter erheblichem Aufwand abstellen.

Sei´s drum, im folgenden finden Sie die Mitteilung der Verbraucherschützer im Wortlaut:
 

foodwatch-Report deckt schwere Hygienemängel in Großbäckereien auf - Verbraucher wurden nicht informiert - foodwatch fordert: Bundesländer müssen Kontrollergebnisse veröffentlichen
- Teils ekelerregende Hygienezustände in mehreren bayerischen Großbäckereien
- Behörden wussten Bescheid, informierten aber nicht die Öffentlichkeit
- foodwatch fordert Veröffentlichung aller Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen

Berlin, 28. Juni 2017. Mäusekot, Käferbefall, Schimmel, Dreck: In mehreren Großbäckereien in Bayern herrschten über Jahre hinweg immer wieder teils ekelerregende Zustände. Das zeigen Kontrollberichte der bayerischen Lebensmittelbehörden, die die Verbraucherorganisation foodwatch heute in dem Report "Bayerisches Brot" erstmals öffentlich gemacht hat. Die Behörden haben die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Zustände nicht informiert. foodwatch forderte alle Bundesländer auf, jeweils per Landesgesetz vorzuschreiben, dass ausnahmslos alle Lebensmittelkontrollergebnisse veröffentlicht werden müssen. Denn Bayern sei keineswegs ein Einzelfall, so foodwatch: Jedes Jahr wird in Deutschland jeder vierte kontrollierte Lebensmittelbetrieb beanstandet, vor allem wegen Hygieneverstößen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren jedoch nicht, welche Betriebe betroffen sind.
"Das Schweigen der Behörden ist der eigentliche Skandal, und der ist politisch offenbar gewollt", sagte Johannes Heeg von foodwatch. Die Verbraucherorganisation forderte eine Neuausrichtung der Lebensmittelüberwachung in Deutschland: Die Behörden müssten dazu verpflichtet werden, ausnahmslos alle Ergebnisse der amtlichen Kontrollen zu veröffentlichen. Bisher fehlt dazu die rechtliche Grundlage - wollen Beamte Informationen veröffentlichen, drohen daher Klagen der betroffenen Unternehmen. Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag zwar bereits 2013 versprochen, auf Bundesebene rechtliche Klarheit für eine bessere Verbraucherinformation zu schaffen. Dieses Versprechen wurde aber nicht eingelöst, kritisierte foodwatch. Solange der Bund nicht für Rechtssicherheit sorgt, könne aber jedes Bundesland mit einem eigenen Landesgesetz Transparenz vorschreiben. So könnten Fälle wie in Bayern in Zukunft verhindert werden. "Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Recht zu erfahren, wo alles sauber ist und wo Mäuse und Kakerlaken ein und aus gehen. Erst das schafft für Lebensmittelbetriebe einen Anreiz, sich jeden Tag an die Hygieneregeln zu halten, und sorgt für einen fairen Wettbewerb, in dem die sauberen Betriebe nicht länger die Dummen sind. Solange nicht alle Kontrollergebnisse öffentlich sind, muss die Frage gestellt werden: Von welchen Hygieneskandalen wissen die Behörden noch, ohne darüber zu informieren?", sagte Johannes Heeg von foodwatch.
Die Ergebnisse von amtlichen Lebensmittelkontrollen werden bisher in aller Regel nicht veröffentlicht. foodwatch hatte jedoch über das sogenannte Verbraucherinformationsgesetz (VIG) bei den zuständigen Behörden die Herausgabe von Kontrollergebnissen bei acht der größten bayerischen Bäckerei-Unternehmen beantragt. VIG-Verfahren sind langwierig, kompliziert und können hohe Gebühren nach sich ziehen. Letztlich erhielt foodwatch so jedoch Informationen zu 69 Kontrollen aus den Jahren 2013 bis 2016 bei den Unternehmen Bachmeier, Der Beck, Heinz, Hiestand, Höflinger, Hofpfisterei, Ihle und LSG. Die Ergebnisse dokumentiert der Report "Bayerisches Brot", den foodwatch heute in München vorstellte: Bei manchen Kontrollen war alles in Ordnung, in anderen Fällen stießen die Kontrolleurinnen und Kontrolleure auf ekelerregende Fälle. Nur kleinere Beanstandungen gab es bei der Hofpfisterei und LSG. Besonders unhygienische Zustände hingegen dokumentierten die Beamten bei Kontrollen in den Produktionsbetrieben von Bachmeier, Ihle und Der Beck. Die Beamten fanden Schimmel, verdreckte Geräte, Mäusekot und Käferbefall, außerdem mehrfach Fremdkörper in Backwaren. Besonders problematisch aus Sicht von foodwatch: Die Behörden beanstandeten regelmäßig und immer wieder Hygieneverstöße. Ihnen gelang es offensichtlich jedoch nicht, die Verstöße zu verhindern - auch weil die Öffentlichkeit nicht informiert wurde.
Anders ist die Situation in Dänemark. Das Land ist aus Sicht von foodwatch Vorbild für eine Reform der Lebensmittelüberwachung. Dort sind Lebensmittelbetriebe seit 15 Jahren verpflichtet, die Kontrollergebnisse an der Eingangstür auszuhängen. Die Prüfberichte sind zudem im Internet abrufbar. Zusammengefasst und bewertet wird das Ergebnis mithilfe eines Smileys. Seit Einführung des "Smiley-Systems" hat sich die Quote der beanstandeten Betriebe halbiert, von 30 auf 15 Prozent (Deutschland rund 25 Prozent). Inzwischen haben weitere Länder, unter anderem Frankreich und Großbritannien, ähnliche Systeme eingeführt. In Deutschland hatte kürzlich Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland überhaupt ein Transparenzgesetz beschlossen - die neue schwarz-gelbe Landesregierung will das Vorhaben wieder stoppen.

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Die Vereinigung der Backbranche (VDB) fördert den Wissens- und Erfahrungsaustausch innerhalb der Backbranche. Aktuelle VDB-Termine (Auswahl):

• Landesgruppe Rheinland/Westfalen-Lippe,
24. April 2017
VDB-Forum West

• Landesgruppe Rhein-Main, 3. Mai 2017
Betriebsbesichtigung Backhaus Bickert   

• Landesgruppen Nord, 14. Juni 2017
VDB Forum Nord 

• VDB Austria, 18. Juni 2017
VDB-10 Jahresfeier Österreich 

• Landesgruppen Ost, 13. Oktober 2017
VDB Forum Ost

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